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Mercedes 170 S

Der im Mai 1949 dem Publikum vorgestellte Mercedes 170 S war der erste repräsentative Luxuswagen nach dem Krieg. Wie etliche andere Fahrzeuge dieser Zeit, so war auch der 170 S keine Neuentwicklung. Bei der Konzeption griff man vielmehr auf den Mercedes 230 des Jahres 1938 zurück, dessen Karosserie und technische Einzelheiten man weitgehend übernommen hatte. Eine Ausnahme bildete der 2,3-Liter 6-Zylinder Motor (55 PS), der auf ein 1,8-Liter 4-Zylinder-Aggregat (52 PS) abgespeckt wurde. Dies war der Nachkriegszeit mit ihren wirtschaftlichen Einschränkungen zu verdanken.

Der 170 S ist nicht mit dem 170 V oder dem 170 D zu verwechseln, der über eine zwar ähnliche, jedoch etwas kleinere Karosserie verfügt, schlichter ausgestattet und mit einem schwächeren Motor versehen ist. Seinen einzigen ebenbürtigen Konkurrenten fand der 170 S im Opel Kapitän, dessen 2,5-Liter 6-Zylinder Maschine etwas mehr Leistung brachte (55 PS). Hinsichtlich Verarbeitung und Technik konnte der Opel  vielleicht nicht ganz mithalten. Eine Kaufentscheidung war womöglich eine reine Sympathie-, aber auch eine Prestigefrage. Immerhin war der "Gute Stern aus Stuttgart" seit 1951 offizieller Lieferant der Staatskarosse.

Mit einem Listenpreis von rund 10.000 DM war der 170 S etwa halb so teuer wie ein Einfamilienhaus und selbst für Gutverdiener absolut unerschwinglich. Ein Landarzt wagte vielleicht an die Anschaffung eines Volkswagens zu denken, einen 170 S konnte er nicht ansatzweise in Betracht ziehen. Die Käuferschicht dürfte sich aus Industriellen sowie Film- und Bühnenstars zusammengesetzt haben. Nicht umsonst hatte das Auto den Nimbus eines "Direktionswagens".

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Im Innenraum erwartet den Lenker viel edles Holz, mit denen die Fensterschüsseln der vier Türen und die gesamte Frontfensterpartie üppig versehen sind. Die Instrumente, zu denen neben Tachometer auch Öldruck- und Wassertemperaturmesser gehören und sogar eine Tankuhr, blicken einen in ihrem Chromkleid ebenso an wie die zahlreichen Bedienknöpfe für Choke, Heizung und Lüftung sowie Straßen-, Innen- und Armaturenbeleuchtung. Wer damals zusätzliches Geld investieren wollte, konnte sich eine mollige Heizung (140 DM), ein Autoradio entweder von Becker, Typ "Solitude" (410 DM), wie hier, oder von Siemens & Halske, Typ "Autosuper" (490 DM), oder eine verchromte Metallspinne gönnen, mit der das Reserverad außen auf Stoßstange und Kofferraumhaube befestigt werden konnte. Damit vergrößert sich der Gepäckraum nicht unerheblich. Auch ein Faltschiebedach war erhältlich, und, ganz exklusiv: ein paßgenauer Koffersatz.

Der Kaltstart des Mercedes benötigt etwas Zeit. Handbremse anziehen, Gang rausnehmen, Zündung einschalten, Starterklappe ziehen, die zusätzlich installierte Benzinpumpe einschalten bis sich genügend Sprit im Vergaser angesammelt hat: erst dann kann das Anlasserpedal (oberhalb des Gaspedals) für bis zu 20 Sekunden mit dem vorderen Fußbereich gedrückt werden, währenddessen sich der Anlasser mit äußerster Gemächlichkeit dreht. Mit der Ferse wird dann beim Anspringen etwas Gas gegeben. So startet er bei Temperaturen über null Grad immer. Ist es deutlich kälter, dann weist die Bedienungsanleitung freundlich und zugleich tröstend darauf hin, daß ein Start nicht ohne weiteres möglich sei. Beim Warmstart geht's schneller, dann kann auf Benzinpumpe und Choke verzichtet werden.

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Zum Wohlfühlen in dem hervorragend gefederten, komfortablen Reisewagen tragen im Wesentlichen Sitze mit angenehm hoher Position bei, die Chauffeur und Passagiere an Wohnzimmerfauteuils erinnern, sowie Trapezlenker-Vorderachse und Pendel-Hinterachse. Obwohl Innen- und Motorraum ohne jede Dämmung lediglich durch den sogenannten Spritzschutz getrennt sind, hält sich die Geräuschentwicklung des Motors bei mäßigen Geschwindigkeiten in Grenzen. Der Fahrgast wird akustisch von einem angenehmen Surren begleitet, das sich erst jenseits der 80 deutlich steigert. Dazu gesellt sich das Singen des Getriebes in den unteren Gängen.

Ein Vergleich des Fahrverhaltens freilich mit modernen Automobilen ist nicht statthaft. Der Geradeauslauf ist bescheiden und erfordert permanente Korrektur mit dem großen Lenkrad. Wenn Hans Albers in "Nachts auf den Straßen" seinen MAN-Laster bei kerzengerader Autobahnstrecke ständig mit dem Steuer nachjustiert, so hat das durchaus Berechtigung. In leichten bis mittleren Kurven ist Vorsicht geboten! Sie können nicht gefahrlos elegant angeschnitten werden, denn die Seitenneigung des Wagens ist nicht unerheblich. Die hydraulischen Trommelbremsen arbeiten gut und sicher, sind aber von heutiger ABS-Technik weit entfernt.

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Fahrt mit dem 170 S - ein Video

Fertigstellung voraussichtlich im Frühjahr / Sommer 2024

Der 170 S in zeitgenössischen Schnappschüssen

Bei den nachfolgenden Abbildungen handelt es sich größtenteils um Original-Papierabzüge, Fotonegative oder Dias aus der Zeit zwischen 1950 und 1972. Sie wurden vom Seitenbetreiber

als Objekte gesammelt. In einigen wenigen Fällen wird externes Bildmaterial von Dritten gezeigt, das aus Archiven oder von privaten Internetseiten stammt. Hierfür wurde stets die Erlaubnis zur Verwendung eingeholt und ein entsprechender Bildnachweis formuliert.

 

Im Regelfall ist der Mercedes 170 S (1949-1952), die beiden Cabrio-Modelle 170 S Typ A bzw. Typ B (1949-1951) sowie die Nachfolgemodelle 170 Sb (1952-1953), 170 DS (1952-1953) und 170 S-V bzw. 170 S-D (1953-1955) zu sehen. Allen diesen Modellen ist bei unterschiedlicher Motorisierung und Ausstattung die gleiche Karosserieform gemein.

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Urlaubsfahrt in die Berge, genauer gesagt in den Engadin. Im Hintergrund ist das Maloja Palace Hotel am Silsersee zu sehen. Man war aus der britischen Zone angereist: N für Niedersachen, 110 für Braunschweig-Stadt.

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Am Neckar bei Heidelberg, September 1952. Zugelassen in der amerikanischen Zone, gerade noch erkennbar am A links auf der Nummerntafel. Der darunter liegende Buchstabe für das Bundesland ist nicht sichtbar. Entweder AB für Bayern, AH für Hessen oder AW für Württemberg-Baden.

März 1960: Der Herr dürfte kaum der Erstbesitzer sein, mit Sicherheit der zweite oder gar der dritte. Der Wagen hat seine Rolle als "Direktionsfahrzeug" eingebüßt. Am rechten Bildrand zur Hälfte noch sichtbar ein Opel Olympia Rekord.

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Bad Reichenhall, Rathausplatz, zweite Hälfte der fünfziger Jahre. Der Wagen trägt bereits das neue weiße, 1956 eingeführte Nummernschild, zugelassen im Landkreis Rosenheim (RO).

Auf einer Hebebühne in einem Hinterhof zu Beginn der 1950er Jahre.  Zugelassen in der amerikanischen Zone, B für Bayern, 47 für München-Stadt.

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Frankfurt am Main, Hauptwache, April 1956

Der Karlsruher Hauptbahnhof hat den Luft-krieg unbeschadet überstanden. Vorne zwei Taxis, erkennbar an den weißen Streifen. Rechts neben dem 170 S wartet ein Opel Kapitän '50 auf Kundschaft. Beide Wagen sind in der amerikanischen Zone zugelassen, AW für Württemberg-Baden, 60 für Karlsruhe-Stadt.

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Die nächsten beiden Bilder zeigen zwei Herren mit ihrem 170 S auf einer Landstraße. Zugelassen in der amerikanischen Zone,  H für Hessen, 70 für Frankfurt am Main-Stadt.

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Hameln, Bäckerstraße, um 1959. Der 170 S war ebendort, im Landkreis Hameln, zugelassen (HM). Auf der rechten Straßenseite ein Opel Rekord P 1 CarAVan, der von 1958 bis 1960 gebaut wurde. Dahinter ein Renault Dauphine, gefolgt von zwei DKW-Lieferwagen "Schnellaster", einem Volkswagen und einem Opel Kapitän '56.

Zugelassen in der britischen Zone, BH 40 für Hamburg-Stadt. Der Chauffeur wartet mit seiner Dienstmütze vor der herrschaftlichen Villa.

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Nächtliche Heimfahrt eines Mercedes 220 bei Nieselregen.

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Zugelassen in der britischen Zone, BH 33 ebenfalls  für Hamburg-Stadt. Frisch vermählt Anfang / Mitte der 1950er Jahre. Das Foto wurde in der eisigen Jahreszeit geschossen, denn das Kühlergitter des Wagens ist mit einem Kälteschutz verkleidet.

Freudenstadt im Schwarzwald, Marktplatz. Das völlig kriegszerstörte Städtchen war bereits Mitte der 1950er Jahre wieder aufgebaut. Hinter dem 170 S der 1953 neu herausgebrachte 180 mit moderner selbst-tragender Ponton-Karosserie.

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Vor dem Rathaus Berlin-Schmargendorf, Ecke Berkaer Straße / Auguste-Viktoria-Straße, im britischen Sektor. Im Gegensatz zu Westdeutschland hatten die Westsektoren von Berlin bis 1956 weiße Kennzeichen mit schwarzer Schrift. KB stand für "Kommandantur Berlin", gefolgt von zwei dreistelligen Zifferblöcken. - Man möchte kaum glauben, daß der junge Mann mit der modischen Freizeitjacke den Wagen selbst erarbeitet hat. Vielleicht Sohn eines Industriellen oder ein Leinwandstar?

Winterfreuden im Klein-Walsertal, 1958. Der Mercedes 170 S ist im Landkreis Ravensburg zugelassen (RV). Dahinter ein Opel Rekord P 1 aus Stuttgart (S). Der Volkswagen ist hinten mit Schneeketten versehen. 

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Zugelassen in der britischen Zone, BH 36 wiederum  für Hamburg-Stadt. Interessant: Der Wagen ist mit einem weißen Lenkrad ausgestattet, der Kühlergrill ist in zweifarbi-gem Muster gehalten.

Aurich in Ostfriesland: eine Familie und bereits vier Autos! Oben im August 1971 und unten im April 1972.  Der 170 S-V ist in Aurich zugelassen, die anderen drei Fahrzeuge sind in Berlin angemeldet: ein Volvo PV 544, ein Volvo Amazon sowie ein "Post-VW", wie auf der Rückseite des Fotos vermerkt ist, also ein ausgemusterter Volkswagen der Bundespost. Vielleicht studierten die drei Jungs in Berlin. Die Studentenrevolution jedenfalls hat die Haarpracht deutlich wachsen lassen.

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Ein 170 S Cabrio B, also die fünfsitzige Version. Davon wurden von Mai 1949 bis November 1951 nur knapp über 1.600 Exemplare gebaut. Prozentual haben davon bis zum heutigen Tag mehr überlebt als von der Limousine. So ein schönes Auto hat man nicht einfach verschrottet. Hier vor der "Weinstube zur Post" in Bernkastel an der Mosel. Zugelassen in der britischen Zone, R für Rheinland, 547 für Euskirchen-Land. Davor parkend ein Mercedes 170 V oder D sowie ein Volkswagen.

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Zugelassen in Westberlin, KB für Kommandantur Berlin. Hinten ist ein Ford Taunus G73A ("Buckel-Taunus") sichtbar, der von 1948 bis 1952 hergestellt wurde.

Ein 170 S Cabrio B beim Umzug der Hubertusgilde in Kücknitz bei Lübeck, 1955. Zugelassen in der britischen Zone, BS für Schleswig-Holstein, 61 für Lübeck-Stadt. Dahinter ein Goliath GP 700 Kombi.

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Und am Wochenende ab ins Grüne! Zugelassen in der amerikanischen Zone, AB für Bayern, 362 für Landshut-Stadt.

Ein 170 S mit Faltdach in der Hauptstraße von Herborn Anfang der 1960er Jahre. Zugelassen im Landkreis Wetzlar (WZ), zu dem Herborn gehörte. Im Hintergrund das Rathaus des Städtchens. In der Straße sind noch zwei Volkswagen sowie eine BMW-Isetta zu erkennen.

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Ein typisches Sammlerbild, wie es seinerzeit Zigarettenpackungen beigelegen hat. In den Tabakwarengeschäften waren die dazu passenden, mit Text ausgestatteten Alben zum Einkleben erhältlich. - Das Bild zeigt einen 170 S (Modell 1951) in schickem Weinrot, zugelassen in der französischen Zone, FW für Süd-Württemberg / Hohen-zollern, 36 für Reutlingen.

Eine Fahrt zu den Vogtsbauernhöfen im Gutachtal unterhalb von Hornberg im Schwarzwald.

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Ende der 1950er Jahre: Ein 170 S Cabrio B, zugelassen mit dem

neuen Kfz-Kennzeichen im Kreis Braunschweig.

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Helmstedt im Juni 1956: Besuch aus Westberlin, wie an dem Nummernschild zu sehen ist: KB für Kommandantur Berlin.

Konvoi auf einer Landstraße im Fränkischen: Der 170 S vorne ist in der amerikanischen Zone zugelassen, AB für Bayern, 933 für Fürth-Stadt. Dahinter zwei 170 V oder D sowie ein Motorrad.

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Ausflug einer Männerrunde im Jahr 1953 zum Bederkesaer See. Zugelassen in der amerikanischen Zone, AE für das Land Bremen, 34 für Bremerhaven-Stadt. Links ein Opel Olympia '51.

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Irgendwo auf einer unbefestigten Landstraße Anfang der 1950er Jahre: Ein verhältnismäßig junges Paar mit einem 170 S Cabrio B. Der Herr im Trenchcoat und Haube gegen den Fahrtwind.

August 1951: "Auf dem Nürburgring", wie stolz auf der Rückseite der Fotografie vermerkt wurde. Den empfindlichen Kühlerstern sollte die junge Dame aber nicht so herzhaft umklammern! Und: Im Wagen wurde geraucht, wie an dem offenen Deckel des Aschenbechers hinter der Windschutzscheibe zu sehen ist.

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Mit modischem Faltdach, zugelassen in der britischen Zone, R für Nordrhein, 483 für Wuppertal-Stadt.

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Unter der Dorflinde. Hinten ein Mercedes 170 V oder D.

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Ein Ausflug ins Mittelgebirge. Zugelassen in der britischen Zone, BR für Nordrhein, 39 für Hagen/Westf.-Stadt.

Gemahlin und Dackel warten aufs Einsteigen, während sich der Fahrzeuglenker noch eine Zigarre angezündet hat. Zugelassen in der britischen Zone, BR für Westfalen, 69 für Minden-Land. Neben dem Mercedes ein Opel Olympia '51 sowie ein Opel Olympia Rekord '53.

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Im Jahr 1952 vor dem Hotel Voss in Eutin. Ganz rechts ein seltenes Mercedes 170 S Cabrio A, zugelassen in der britischen Zone, BS für Schleswig Holstein, 35 für Pinneberg-Land. Daneben ein Volkswagen und ein Mercedes 170 V oder D, verdeckt ist noch ein Teil einer 170 S Limousine zu sehen. Ganz links ein Wagen, der noch aus der Vorkriegszeit stammt.

Der 170 S links ist zugelassen in der britischen Zone, BR für Westfalen, 98 für Schwelm-Land. Daneben ein Opel Olympia '48. Ganz rechts kann man noch die "Schnauze" eines LKW Opel Blitz erkennen.

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Die nächsten drei Fotos entstanden im Jahr 1954 auf der Tönisstraße in Düsseldorf-Hassels: Behütete Kindheit. Vater mit Sohn.

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Mai 1960 in Berlin. Mit etwas Ortskenntnis läßt sich die Szene genau lokalisieren. Das Paar befindet sich Am Spreebord in Charlottenburg. Im Hintergrund die Caprivibrücke mit dem neu erbauten "runden" Eckhaus am Charlottenburger Ufer.

Eine Urlaubsreise in südliche Gefilde, wie man an den Zypressen ersehen kann (rechts). Der Mercedes war im Land Salzburg zugelassen. S 14 für Salzburg-Stadt. Einige Zeit später (unten), im Jahr 1959, wurde der Wagen von den offensichtlich immer noch selben Besitzern für die Polizei-Sternfahrt Wien eingesetzt. Der Schnappschuß entstand dabei in Rust am Neuseidlersee. Rechts neben dem 170 S ein Opel Rekord P 1.

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Die vornehme Königsallee ("Kö") in Düsseldorf. Der 170 S im Vordergrund war in der britischen Zone zugelassen, BR für Nordrhein, 845 für Düsseldorf-Stadt. Auf dem Parkstreifen sind noch weitere 170-er Modelle zu sehen. Links parkt ein Ford Taunus G73A ("Buckel-Taunus"), wahrscheinlich mit Kennzeichen der britischen Behörden.

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Die nächsten sechs Fotos entstanden bei verschiedenen Rallyes. Der dafür eingesetzte 170 S ist zugelassen in der amerikanischen Zone, AH für Hessen, 81 für Gießen-Land. Hier mit der Startnummer 404 bei der Rallye Bavaria am 7. November 1954.

Bei dieser Rallye (Startnummer 261) wird mit schlechten Straßenverhält-nissen gerechnet. Die Wagen reihen sich zum Start ein. Das Ersatzrad des 170 S ist mit Schnee-ketten versehen. Davor ein Ford 12 M ("Weltkugel") sowie ein DKW 3=6  (F 93). Da der DKW erst ab 1955 im Handel war, kann die Veranstaltung nicht vorher stattgefunden haben.

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Die letzten Formalitäten vor dem Start. Wenig vorteilhaft aussehend: An den Scheinwerfern sind Schirme befestigt. Um die Motorhaube ist ein breites Band mit Medaillen früherer Rennen gespannt.  Dahinter ein Opel Kapitän '51, zugelassen in der amerikanischen Zone, AB für Bayern, 69 für Alzenau i. Unterfranken.

Das (Tages-) Ziel ist erreicht, Ankunft bei Dunkelheit.

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Auf staubigen Straßen wird der arme Wagen bei dieser Rallye (Startnummer 133) ganz schön geschunden.

Auf der zweiten Trifels-Rallye in der Pfalz mit der Startnummer 167 vom 4. bis 6. März 1955.

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Auf beiden Bildern ist die selbe Dame zu sehen. Das Kfz-Kennzeichen ist leider verdeckt. Die Aufnahmen wurden von einem Fotohaus in Kassel entwickelt.

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September 1954: Stolz und Freude über den schönen Wagen sind dem Besitzer ins Gesicht geschrieben. Zugelassen in der britischen Zone, BN für Niedersachsen, 30 für Rinteln.

Der Bub mit dem Fahrrad bestaunt sichtlich den Mercedes mit dem Westberliner Kennzeichen (KB).

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Der Ernst-August-Platz vor dem Hauptbahnhof in Hannover im August 1954. Der Parkplatz ist voll besetzt, die Motorisierung nimmt allmählich zu. Links neben den beiden Volkswagen parken gleich zwei schwarze Mercedes 170 S.

Der junge Mann kommentierte das Foto auf der Rückseite mit den Worten: "Meine Geliebte und ich". Sicher ist, daß diese Liebe nicht bis in alle Ewigkeit gedauert haben dürfte.

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Die Besitzer stammen aus dem Landkreis Tuttlingen, wie das Nummernschild verrät. FW für französische Zone Süd-Württemberg / Hohenzollern, 32 für Tuttlingen.

Was die Spaßvögel aus Hamburg wohl mit ihrem Hula-Hoop-Reifen vorhatten?

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Das neue Kfz-Kennzeichen (schwarze Schrift auf weißem Grund) sowie die Mode des Ehepaars deuten darauf hin, daß das Foto in den ausgehenden 1950er Jahren entstanden sein könnte, vielleicht sogar zu Beginn der 1960er Jahre.

Ein Ausflug im August 1953, wie auf der Rückseite zu lesen ist. Die Besitzer waren in der britischen Zone zu Hause. BN für Niedersachsen,183 für Harburg- Land / Winsen.

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Auch in fernen Kontinenten kam der 170 S zum Einsatz. Das ver-wundert, denn die Wasserkühlung hatte bekanntlich keine großen Reserven und geriet bereits bei heimischen Autobahnfahrten an ihre Grenzen. - Zugelassen mög-licherweise in Südafrika, L für die Provinz Lebowa?

Wie es damals üblich war: Der ältere Herr ging im dreiteiligen Anzug auf die Straße, die Taschenuhr mit Kette an der Weste befestigt, Kopfbedeckung war selbstverständlich. Und die Zigarre in der linken Hand wohl auch. - Der Wagen lief in der britischen Zone, N für Niedersachsen, 35 für Hannover-Stadt.

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Nein, so hoffnungslos ist es nicht! Mit etwas Überlegung läßt sich durchaus etwas über Zeit, Ort und Autobesitzer im Bild unten sagen. Der 220 trägt noch das alte Nummernschild, ist also nicht nach 1956 zugelassen. Der Opel Olympia Rekord ("Haifischmaul") kam im Mai 1953 auf den Markt. Da auf dem Dach des Mercedes Skier montiert sind, könnte es sich um einen der Winter 1953/54 bis 1955/56 handeln. Die Aufschriften auf den Häusern sind in französischer Sprache gehalten, der Opel ist im Schweizer Kanton Waadt (VD) gemeldet. Rechts oben sind zwei große Hotelbauten erkennbar. Einiges spricht für einen Ort am Genfer See. Das Foto ist vermutlich an der Seepromenade geschossen worden. Und der Mercedes? Auf dem deutschen Kennzeichen kann man noch den Buchstaben S erkennen. Es gab nur eine Buchstabenkombination mit S, nämlich BS für britischer Sektor Schleswig-Holstein. Danach eine 4, gefolgt von einer unten runden nach links offenen Ziffer. Bleibt nur 43 oder 45. Entwickelt wurde das Bild von Photo-Klein in der Holstenpassage in Lübeck. Und BS 43 ist Lübeck-Stadt.

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Ein Platz zum Wohlfühlen. Vielleicht war der Motor noch warm? Gegen die Kälte hat man jedenfalls einen Kühlerschutz montiert.

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Oben: Schwarz war die klassische Farbe. Dieser 170 Sb hier gehörte einem Bauingenieur und Architekten in Charlottenburg. Die Bilder stammen aus dem Jahr 1960.

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Straßenszene in Hannover. Im Jahr 1954 war der Wiederaufbau noch in vollem Gange. Hier die berühmte Verkehrskanzel am "Kröpcke". Vor dem Mercedes 220 biegt ein Opel Olympia '51 von der Georgstraße in die Bahnhofstraße.

Ein 170 S-D mit dem 40 PS-Dieselmotor. Damit schaffte er eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h, benötigte bis dahin aber auch lange 56 Sekunden. Zugelassen in der britischen Zone, BR für Westfalen, 37 für Dortmund-Stadt.

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Zur Überquerung des 2239 Meter hoch gelegenen Pordoijochs in den Dolomiten war man die weite Strecke aus Hamburg angereist. Die 22 Kilometer lange Paß-straße hat es mit ihren 50 Kehren in sich. Das war für den in der britischen Zone zugelassenen Wagen (BH 35 für Hamburg-Stadt) ein ziemliches Stück Arbeit.

Schönes Wetter, aber wohl noch kalt. Sonst wäre der Kühler nicht mit einer Abdeckung versehen. Der Motor des 170 S war hinsichtlich seiner Betriebstemperatur empfindlich. Im Sommer oder bei hohen Drehzahlen stieg sie leicht auf 90 oder gar 100 Grad. Im Winter hingegen waren mit Mühe 65 Grad zu erreichen, und das war zu wenig. - Das Foto könnte im Raum Köln entstanden sein. Jedenfalls wurde es von Foto-Schmidt am Dom entwickelt.

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Der in Stuttgart (S) gemeldete Wagen hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einige Jahre auf dem Buckel. Das Foto könnte Ende der 1950er oder  Anfang der 1960er Jahre geknipst worden sein.

Zu sehen ist ein 170 S-V aus der britischen Zone, AE 57 für Bremen. Dahinter parkt ein Ford Taunus "Weltkugel". Im Hintergrund der Hauptbahnhof von Bremen, dessen Hauptgebäude den Krieg gut überstanden hat.

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Diese Leute kommen aus der britischen Zone, BR für Westfalen, 57 für Bottrop-Land. Der Herr links trägt Breeches-Hosen mit Schaftstiefeln.

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Glück im Unglück hatte der Fahrer dieses aus Oberösterreich stammen-den 170 S. Der Wagen war bei der Bezirkshauptmannschaft Gmunden angemeldet. Offensichtlich hatte man etwas engeren Kontakt mit der Natur, denn das Hinterrad trägt noch Spuren der Grasnabe und das Dach ist verbeult.

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Eine unbeschwerte und fröhliche Gruppe jüngerer Personen vor dem Gasthof "Lindenwirtin" in Bad Hönningen am Rhein. Links der Kleinstwagen "Champion 400", der im Jahr 1951 auf den Markt kam. Die Gebäude im Hintergrund sind übersäht von Einschußlöchern.

So ist die Beifahrertür aber nicht richtig geschlossen, junge Dame! - Wo das Foto entstanden ist? Das Motorrad kommt aus der französischen Zone, FW für Süd-Württemberg / Hohenzollern, 00 für Tettnang. Es gibt in der Umgebung nur eine Stadt mit historischem Kern, die einen länglichen, gebogenen Hauptplatz hat: Ravensburg mit dem Marienplatz.

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Unten: Die beiden Damen scheinen vom Photographen (womöglich mit böser Absicht) überrascht worden zu sein! Vielleicht ist man an einen der Berliner Seen zum (Sonnen-) Baden gefahren. Der Wagen links trägt jedenfalls ein Westberliner Kennzeichen (KB). Dessen Besitzer fürchtete wohl Benzinknappheit. Denn am Heck hatte er sage und schreibe sechs Spritkanister montiert.

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Eltern oder Großeltern? Dem Kleinen kann's egal sein. In jedem Fall lebten die Autobesitzer in günstigen finanziellen Verhältnissen.

Das ist auch bei diesen Beiden der Fall, womöglich Vater und Sohn. Sie stammen aus der französischen Zone, wo der 170 S angemeldet war. FW für Süd-Württemberg / Hohenzollern, 03 für Balingen.

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Muß auch mal sein: Große Wäsche!